Evangelische Kirchengemeinde Lindenfels

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Macht kund unter den Völkern sein Tun!"

(Jesaja. 12,4)

Der Prophet Jesaja ruft sein Volk auf, Gottes Handeln durch das eigene Reden und Handeln kund zu tun.

Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser,

Gott will das Schicksal von Menschen wenden, die in Not unterdrückt leben. Die Menschen sollen Heilung und Heil erfahren. Deshalb kündigt Jesaja einen von Gott Gesandten an, der regieren soll. Sein Regiment soll durch Gerechtigkeit bestimmt sein. Sein Ratgeber soll Gott sein zum Wohle der Armen und Elenden, denen Unrecht geschieht.

Der Perserkönig Kyros hat dann auch die in der Verbannung und Unterdrückung lebenden Israeliten freigelassen, aber der von Jesaja erwartete gerechte Gesandte Gottes war er doch nicht.

In Jesus haben wir den, auf den Jesaja gehofft hat. Er ist der, der Gott im Reden und Tun gerecht wird. In der Begegnung mit ihm erfahren wir den Gott, der Heilung und Heil bringt. Er ist der Messias. Er ist der Christus.

Das bekennen die, die Jesus erleben. Die Weihnachtsgeschichten des Lukas und Matthäus bringen dieses freudige Bekenntnis wunderbar ins Bild. Es sind Legenden voller Wahrheit.

Da ist der Gott da, der sich nicht zu gut und edel für eine Geburt im Stall ist. Da ist der Gott, der sich freut über die Glück- und Segenswünsche von Hirten, die durch kein Parfüm ihren Stallgeruch übertönen können. Da ist der Gott, der das Schicksal von Flüchtlingen erleidet, verfolgt von der Eifersucht des mächtigen Herodes. Da ist der da, der sich von Gottes Geist leiten lässt, andere beschützt und heilt und ihnen neues Leben ermöglicht. Da ist der, gegen den sich Menschen wehren, weil sie um ihren Einfluss und ihre Macht fürchten. Sie bringen ihn schließlich ans Kreuz. Aber eines erreichen sie nicht:

Sie können nicht den Geist bezwingen, der von Jesus ausstrahlt, der von Gott kommt. Menschen werden von diesem Geist immer wieder erfasst, sie hoffen, sie lieben, sie erstreben die Gerechtigkeit, die Jesus vorgelebt hat. Weil sie die Hoffnung auf Gottes Gerechtigkeit nicht aufgeben, ermöglichen sie es immer wieder neu, dass Gott zur Welt kommt.

Lesen sie dazu einen Text von Hanns Dieter Hüsch (aus Den möchte ich sehn):

In Kürze werden sich ganz ungewöhnliche Dinge ereignen. Wir alle werden das Ungewöhnliche noch erleben. Nicht, dass wir chon auf dem Mond Fußball spielen können oder auf dem Mars Folklore-Lieder singen. Das kommt erst später.

Nein, ganz andere Dinge werden eintreten: Die Menschen - Sie gestatten - werden sich ändern. Der Himmel wird sich lichten und es wird ein Schimmer paradiesischen Glücks allenthalben zu sehen sein.

Es wird keine Unruhe mehr geben, kein Wettlauf mit den Nachbarn, mit den Berufs-kollegen, es wird nicht mehr ums Prestige gehn, man braucht seine Meinung nicht mehr zu verstecken, man kann freundlich und friedlich über alles, dieses und jenes prechen. Kein Kampf mehr bis aufs Messer. Alles ist selbstverständlich. Denn da wird plötzlich ein einziger Dialog sein, den alle mit allen führen und unsere kalte, unpersönliche Welt wird sich erwärmen.

Der Kirchenvorstand und ich wünschen Ihnen ein Weihnachtsfest, bei dem sich der

Himmel lichtetund unsere Welt sicherwärmt".

Ihr Herbert Iglhaut